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Ein Kuchengespräch der besonderen Art ergab sich heute. Ich war zu Besuch bei Herrn Walter Patzer aus dem Ortsteil Schönefeld. Eigentlich hatte ich nur eine halbe stunde eingeplant. Ich möchte den Leuten ja schließlich nicht auf den Geist gehen. Mehr als 2 Stunden sind daraus geworden. Für mich war es eine Zeitreise, die 1931 begann und bis heute weiterging. Herr Patzer hat mir im Zeitraffer sein Leben offenbart. Als Kind die Eltern früh verloren wurde er von der Tante eines Tages mit den Worten geweckt: „Walter steh auf, es ist Krieg!“. Das berührte mich sehr. Ich bekam eine Gänsehaut und war den Tränen nahe. Unvorstellbar war das für mich. Meine Generation und die folgenden können sich – zumindest in Deutschland – nicht vorstellen, wie es ist, in Kriegszeiten aufzuwachsen. Mit all dem Schmerz, dem Leid, der Knappheit an Essen, Trinken und Wärme. Er erzählte von seiner ersten und einzigen großen Liebe. Zeigte mir Bilder von der diamantenen Hochzeit. Und vom Sarg seiner Ehefrau. Herr Patzer erzählte auch von seinem Beruf als erfolgreicher Tischlermeister.
Er zeigte mir seine Werkstatt, all die Maschinen und Werkzeuge, mit denen er früher u.a. Wagenräder fertigte. Auch all seine beruflichen Ehrungen und Auszeichnung durfte ich sehen. Herr Patzer erzählte mir auch vom 17. Juni 1953. Er war dabei. Es war so spannend und so echt…
Wir haben natürlich dann auch noch über die Gemeinde gesprochen. Herr Patzer wünscht sich bessere Müllbehälter am Dorfteich im Ortsteil Schönefeld. Welche, in denen die Menschen all ihren Müll rein- und Raben und Füchsen diesen nicht mehr rausbekommen. Die Behälter sollten auch öfter geleert werden, da immer mehr Menschen am Dorfteich verweilen und ihren Müll hinterlassen. Und vielleicht könnte man den Teichgrund auch mal reinigen. Der Teich stinkt manchmal.
Ich hatte heute das Vergnügen einen besonderen Menschen kennen zu lernen und Einblick in ein bewegtes Leben zu nehmen. Herr Patzer ist ein zufriedener und glücklicher Mensch.
Mit einem spannenden und insgesamt erfüllten Leben. Das strahlt er auch aus. Glück und Zufriedenheit. Das ist nicht selbstverständlich. Oft sieht man heute in verärgerte und unzufriedene Gesichter. Nicht bei ihm. Der eine Satz wird mir immer in Erinnerung bleiben: „Walter steh´ auf, es ist Krieg!“.
Das größte Kompliment machte mir Herr Patzer beim Gehen. Er sagte, der Tag mit mir war für ihn eine Bereicherung. Ein Mann, der mit seinen 88 Jahren schon so viel erlebt hat, sagt mir so etwas. Ich kann das nur zurückgeben, Herr Patzer. Mit Demut und höchstem Respekt vor ihrem Lebenswerk. Ich hoffe, wir sehen uns bald wieder.

Christian Hentschel

Am 01. September wird in der Gemeinde Schönefeld der neue Bürgermeister gewählt. Ich stelle mich zur Wahl.

Als Ihr neuer Bürgermeister möchte ich, dass der Mensch endlich wieder im Mittelpunkt steht. Dafür benötige ich Ihre Stimme. Welche Idee haben Sie für unsere Gemeinde? Schreiben Sie sie mir unter dem Motto:

"Meine beste Idee!"

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