Hochachtung vor dieser Arbeit – Kuchengespräch in der Kita Robin Hood

Diese Mal gab es einen ganz frühen und sehr besonderen Termin für ein Kuchengespräch. Wir trafen uns an einem Freitag um 08.00 Uhr in Waltersdorf, Schulweg, in der Kita Robin Hood. Die Leiterin Frau Flemming nutzte die Gelegenheit des Bürgermeisterwahlkampfes und lud mich in die Dienstberatung ein. Neben den Erzieherinnen und dem technischen Personal wohnte auch die Leiterin der Kita Sonnenblick – Frau Langer – der Besprechung bei.
Kommunale versus freie Trägerschaft
Als Bürgermeisterkandidat wurde ich befragt, wie ich zur freien Trägerschaft bei den Kitaeinrichtungen stehe. Natürlich musste ich darauf hinweisen, dass die öffentliche Hand nach dem Subsidiaritätsprinzip aufgefordert ist, nur dann den Bedarf durch eigene Einrichtungen zu decken, wenn sie keinen Freien Träger finden kann. So ist es im § 4 SGB VIII festgeschrieben. Dennoch machte ich deutlich, dass ich nicht vorhabe, an der derzeitigen Situation etwas zu ändern. Wir haben jetzt in der Gemeinde eine Situation, in der sich nicht die Frage stellt kommunal oder frei, sondern die Frage ist hier, wie schaffen wir es überhaupt, den kommenden erheblichen zusätzlichen Bedarf an Kinderbetreuung, der sich mit dem wahnsinnigen Siedlungsdruck in die Gemeinde Schönefeld ergibt, zu decken. Hier sollte man die freie Trägerschaft vielleicht auch als Partner entdecken, zusätzliche Angebote anzubieten, um der Situation überhaupt Herr zu werden.
Hohe Qualität und hohe Qualifikation
Die bisherigen Einrichtungen in der Gemeinde gehören zu den Besten. Das sagte ich den Anwesenden nicht, um auf Stimmenfang zu gehen, sondern – als Vater von vier Kindern – aus voller Überzeugung. Dazu zähle ich unsere Grundschulen und auch unsere Gymnasien mit. Ich hoffe auch, dass meine Anerkennung und mein Respekt vor dieser Berufsgruppe, die mit einer derart wichtigen Aufgabe für das ganze Land glaubhaft betraut ist, rübergekommen ist.
Das Personal in den Einrichtungen ist aus meiner Sicht hoch qualifiziert aber nicht adäquat bezahlt. Ich erzählte von meiner Idee einer Infrastrukturzulage für unser Personal, um vorhandenes Personal zu halten und sich für neues Personal attraktiv zu machen. Niemand im Kreis oder im Land hat eine vergleichbare Situation, wie in der Gemeinde Schönefeld mit dem BER, dem bald drittgrößten Flughafen der Bundesrepublik. Und wir können hier nicht behaupten, von den Ländern Berlin und Brandenburg oder der Bundesregierung sonderlich unterstützt zu werden, da dürfen wir auch zu unkonventionellen Mitteln greifen, um nicht unterzugehen. Zur Attraktivität gehört auch, dass man den Mitarbeitern/Innen vergünstigten Zugang zu Sport- und Fitnessstudios oder sogar auch zu Massagepraxen ermöglicht, wo man bei dem Knochenjob seine Arbeitskraft noch lange erhalten kann. Für die Rathausmitarbeiter ist das auch möglich. Warum also nicht auch in den Kitas.
Nach der Wahl
Wir sprachen auch über Zeitverträge, Gesundheitsmanagement für die Kitamitarbeiter und die Kitakostenfreiheit, die ich als Bürgermeister durchsetzen möchte. Selbstverständlich gibt es nicht nur eine Meinung zu all den Themen. Ich hatte dennoch den Eindruck, dass wir uns fachlich auf einer guten Sachebene austauschen konnten und dass ich allen die Angst nehmen konnte, aus den kommunalen Einrichtungen nach der Bürgermeisterwahl Einrichtungen der freien Trägerschaft zu formen. Und ich sagte auch zu, bei den künftigen Planungen zum Haushalt, nicht jeden Cent dreimal umzudrehen und die Notwendigkeit jedes Beschaffungswunsches – wie bisher – grundsätzlich in Frage zu stellen. Gute Arbeit an den Kindern erfordert auch eine gute Sachmittelausstattung. Basta.
Ich habe mich über die Einladung sehr gefreut. Das war mutig. Gerade diese Gespräche würde ich gerne in dieser Art fortsetzen. Ob nun als neuer Bürgermeister oder weiterhin als Gemeindevertreter.