Kuchengespräch bei denen, die nirgendwo dazu gehören

Das blieb mir in Erinnerung, nach meinem Besuch bei einer Familie im Rosa-Luxemburg-Weg in Großziethen. „Wir hier in unserer Straße sind weit weg vom Ortskern Großziethen entfernt. So als würden wir nicht dazu gehören. Weder zu Großziethen noch zu Berlin. Irgendwo dazwischen…“
Der Eindruck kann tatsächlich entstehen. Aber nicht nur räumlich sondern auch inhaltlich, wenn mann die Geschichten der Familie so hört.
Aber alles von vorne. Der Junior des Hauses empfing mich – ohne Berührungsängste – und nach einer freundlichen Begrüßung des Ehepaares leitete mich der Hausherr auf die Terrasse. Da bekam ich den ersten Schock. Mehr Teller als Kuchenstücke, die ich im Gepäck hatte. Es war noch der Nachbarsjunge dar. Und die Nachbarn wollten auch noch kommen. Später kam noch der Heizungsmonteur und dann noch eine Familie aus Berlin. Das war nicht angekündigt, aber man hatte selbst noch Kuchen da. Ich dachte schon, ich hätte irgendetwas mit der Anzahl der Kuchenstücke durcheinander gebracht.
Nach meiner Wahrnehmung besuchte ich ein sehr aufmerksame und kommunalpolitisch sehr interessierte Familie, die mich auch gerne auf Herz und Nieren prüfte und wissen wollte, ob ich mehr kann, als „nur Kuchen“.
Als echtes Problem schilderte die Familie die Einmündung des Rosa-Luxemburg-Weges auf die Rudower Allee. An dieser Stelle hat die Rudower Alle einen Knick, so dass die Straße am Scheitelpunkt in beide Richtungen ganz schwer einsehbar ist. Der Sohn wäre beim Überqueren der Straße vor kurzem fast überfahren worden. Ein demoliertes Motorrad an der Bushaltestelle erzählt seit Wochen über die schwierige Verkehrssituation.
Die Fahrzeuge rauschen mit 100 km/h an dieser Stelle vorbei. Die Geschwindigkeitsbegrenzung wird ignoriert. Wie auch das Ortseingangsschild. Eine Frage der Zeit, bis das nächste Unglück passiert. Es besteht akuter Handlungsbedarf. Schon zwei Unterschriftenlisten gab es. Für eine Geschwindigkeitsbegrenzung. Und einen Zebrastreifen. Nichts passierte bislang. Man gehört eben nicht dazu….
Die Erschließung der Deponie als Naherholungsgebiet, war ein weiter Wunsch der Gastgeber. Sonnenenergie wird für wichtig gehalten. Die Kollektoren sind aber an einem solchen Berg deplaziert. Da musste ich zustimmen. Ich informierte etwas über die Historie zur Deponie und warum es mittlerweile zu einem Ausbau des Sonnenkollektorenparks gekommen ist. Gemeinsam hegten wir die Hoffnung mit dem Rest des Berges noch etwas Sinnvolles für die Großziethener hinzubekommen. Dafür will ich mich gerne einsetzen.
Und man wünscht sich einen Radweg nach Mahlow. Ich informierte über die Zuständigkeiten und darüber, dass sich die Gemeinde dennoch stark macht und den Ausbau vorantreiben will. Es sollen wohl schon Termine genannt worden sein. Diese werde ich dann – wie versprochen – der Familie per E-Mail nachreichen.
Zu guter Letzt waren auch noch die Kitakosten ein Thema und das bisherige Bemühen der BiS, über ein Normenkontrollverfahren die massive Erhöhung rückgängig machen zu lassen. Und dass die BiS mit der neuen Mehrheit in Schönefeld die Kitakosten abschaffen will. Spätestens jetzt hatte ich den Eindruck, dass die Familie mir abnahm, dass ich das auch mit Herz dabei bin. Und nicht nur wegen des Kuchens gekommen bin. War ein sehr netter Termin. Auch mit den weiteren Gästen. Wir sehen uns wieder, so hatten wir uns vereinbart.